Eine Geschichte über den Schritt ins Unbekannte..

RausZeit

Blogbeitrag im Interview mit Mario

Heute möchten wir euch in diesem Blogartikel erzählen, wie sich sechs Tage intensives WanderCoaching auf das Berufsleben auswirken können und welche Veränderungen möglich sind. Theresa erfuhr staunend im Interview mit Mario, was in den letzten zwei Jahren nach seiner RausZeit alles passiert ist. 

Theresa: Mit welcher Intention, Wünschen und Fragen warst du zu deiner RausZeit im Mai 2018 aufgebrochen? 

Mario: Meine Intention war es, mich mit meiner beruflichen Situation auseinanderzusetzen. Schon seit längerem beschäftigte ich mich mit beruflicher Umorientierung, jedoch ohne genaue Idee. Nach meinem Ingenieursstudium in Elektrotechnik und Medizintechnik habe ich in verschiedenen Anstellungen als Softwareentwicklung gearbeitet. In einer intensiven Woche mit der Beschäftigung zum Thema Beruf hatte ich die Vorstellung eine Vision entwickeln zu können, wie und in welche Richtung es weiter gehen könnte. Im Idealfall wollte ich mit einer konkreten Idee rausgehen. 

Theresa: Was hast du in der Woche WanderCoaching erlebt? 

Mario: Ich hatte schon einige Dinge im Bereich Coaching ausprobiert und in den sechs Tagen nahm ich mir die Zeit, um in der Natur, in Bewegung, mit einer Gruppe und komplett offline meiner unglücklichen Situation ein Ende zu machen. Doch schon zu Beginn des WanderCoachings trat das Thema Berufsorientierung in den Hintergrund! Es wollten zuerst andere Themen bearbeitet werden, bevor ich mich meinem ursprünglichen widmen konnte: die Trauer über den Tod meines Vaters, der vor zehn Jahren verstorben war oder auch welche Rolle mein finanzielles Sicherheitsbedürfnis spielte, mich überhaupt für neue Möglichkeiten und Wege im Berufsfeld zu öffnen. Bereits in den ersten Tagen konnte ich diese Themen bearbeiten, die mich behinderten, um dann mit einer anderen Offenheit die Berufsneuorientierung wirklich angehen zu können.

Hierbei hat mich dann die Intensität der Woche unterstützt – mit vielen verschiedenen Methoden, abgelegen in der Natur, Abstand vom Alltag. Zudem hat mir die Gruppendynamik in meinem Prozess sehr geholfen: zu merken ich bin nicht alleine, zu sehen wie die anderen mit ihren Themen umgehen und wir gemeinsam, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Berufshintergrund, uns motiviert und gefeiert haben, wenn jemand einen „Durchbruch“ hatte. Das hat mich motiviert und getragen mit meinen Themen um- und voranzugehen. 

RausZeit - Wandern und Coaching im Nationalpark Eifel

Das Ziel eine konkrete Jobbeschreibung mit aus der RausZeit zu nehmen, wollte ich, nachdem ich jahrelang gesucht hatte, endlich in der Woche finden. Jedoch hat das nicht so geklappt. Die Erkenntnis reifte dafür, dass es wahrscheinlich gar nicht den Job gibt. Ich hatte bemerkt, dass ich viele Interessen habe, die ich gerne vereinen möchte. Jedoch saß ich in meinem Job, hatte studiert und dachte, der nächste Schritt muss jetzt passen.

Ich wollte zu 100 Prozent hinter dem neuen, nächsten Schritt stehen, bevor ich diesen gehen könnte. Diesen Zwang und der damit verbundene Druck, wenn ich etwas Neues mache, voll dahinter stehen zu müssen, konnte ich in der Woche loslassen, und das war mein größter Erfolg in der RausZeit.

So entstand eine Offenheit für das Neue und das Nicht-Wissen vor der Zukunft machte mir keine Angst mehr. Ich war offen, wohin sich mein Weg entwickeln wird und für die Themen, die dann kommen würden. Ich hatte die Sicherheit, auch wenn es nicht gleich passen würde, ist der Weg nicht zu Ende, sondern ich kann mich jederzeit wieder verändern. So wurde ich offen für die Vision, die dann entstand: meine Interessen zu verbinden, sie nebeneinander und miteinander existieren zu lassen und sie zu kombinieren. 

Theresa: Seit deiner RausZeit sind fast zwei Jahre vergangen. Kannst du sagen, was sich seitdem mit Unterstützung der RausZeit in deinem Leben verändert hat?

Mario: Ich hatte schon vor der RausZeit begonnen meinen Beruf in Teilzeit auszuüben. Die Vollzeittätigkeit bremste mich aus, mich mit meinen Wünschen auseinanderzusetzten. Zeitnah nach der RausZeit konnte ich daher beginnen einen Tag in der Woche meinem Hobby nachzugehen und als Barista in einem Café zu arbeiten. Das machte ich dann ein Jahr und probierte vermehrt verschiedene Dinge aus, wie zum Beispiel in meiner Werkstatt zu Hause Ledertaschen zu designen. Nach einem Jahr bekam ich dann das Angebot Vollzeit als Barista zu arbeiten. Wäre dieses Angebot vor der RausZeit gekommen, ich hätte wahrscheinlich zu viel Angst gehabt in einen völlig anderen Bereich zu wechseln.

Doch jetzt hatte ich die Offenheit und Selbstsicherheit mich einfach auszuprobieren und in das Abenteuer zu springen. Somit entschied ich mich nach einem Übergangsjahr komplett als Barista zu arbeiten. Es erscheint mir nach wie vor surreal, diesen Schritt gegangen zu sein (Mario lacht). 

Insgesamt hat sich mein Lebensgefühl in Wellenform zum Positiven gewandelt. Beim Durchleben der Veränderungen gab es natürlich Höhen und Tiefen. Um dran zu bleiben unterstützten mich einige Methoden und Werkzeuge aus der RausZeit, die mir Orientierung gaben, um weiterzugehen. In meine aktuelle Jobsituation als Barista bin ich sehr ergebnisoffen gestartet und auch weiterhin bin ich offen, für das, was kommt und wie ich meine Tätigkeiten und Interessen miteinander kombinieren kann. Wie genau das Aussehen wird, weiß ich noch nicht, doch ich setze mich nicht mehr unter Druck und habe das Sicherheitsdenken über Bord geworfen und habe das Vertrauen, dass ich meinen Weg finde und sich mein weiterer Weg zeigen wird, wenn die Zeit dafür richtig ist – das ist ein ganz großer Unterschied zu vor der RausZeit. 

Theresa: Das sind wirklich mutige Schritte und dein gewonnenes Vertrauen in dich ist sehr spürbar. Von Herzen wünsche ich dir alles Gute und viel Freude mit deiner gewonnen Offenheit, um deine Vision zu leben und deine Interessen und Tätigkeiten zu kombinieren. 

Vielen Dank für deine Bereitschaft für dieses Interview. 

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